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Was sind Carry-Trades?

Was sind Carry-Trades?

Die Suche nach den Gründen für den jüngsten Markteinbruch beschäftigt viele Investoren. Die weltweiten Aktienmärkte gingen innerhalv von zwei Wochen deutlich zurück, während sich (als sicherer geltende) US-Staatsanleihen stabilisierten. Die Marktvolatilität wurde durch die Sorge um die wirtschaftliche Situation in den USA sowie die hohe Bewertung von Technologieaktien verstärkt. Eine weitere Ursache für die Turbulenzen war die Umkehr von „Carry Trades“, vor allem im Hinblick auf den japanischen Yen.

Jedoch sind die tatsächlichen Ausmaße der Carry Trades und die damit einhergehenden Risiken nicht klar. Die Untersuchung der grenzüberschreitenden Kreditvergabe in Yen, die in den vergangenen zwei Jahren deutlich zugenommen hatte, ist eine Möglichkeit, den Umfang zu schätzen. Dies weist darauf hin, dass die Carry Trades zugenommen hatten. Viele dieser Darlehen und die dazugehörigen Swap-Geschäfte werden jedoch nicht in den Bankbilanzen verbucht. Der Yen-Swaps-Markt ist groß, aber es liegen keine präzisen Informationen über den spekulativen Anteil vor.

Die Schätzungen für den Umfang der Carry Trades unterscheiden sich sehr. UBS- und JP Morgan-Analysten sehr verschiedene Zahlen ausgearbeitet. Es ist schwierig, den Beitrag des Carry Trades zur gegenwärtigen Marktvolatilität aufgrund dieser Unklarheit präzise zu ermitteln. Dieses Mal waren die bleibenden Verluste zwar begrenzt, aber eine künftige Krise könnte schwerwiegendere Folgen haben.

Bei Carry Trades handelt es sich um Handelsstrategien, bei denen Investoren Geld in Währungen mit niedrigeren Zinsen leihen und es in Währungen investieren, die eine höhere Rendite erwirtschaften können. Diese Spekulationen können bei Veränderungen der wirtschaftlichen Verhältnisse rasch zu Problemen führen. Händler spekulierten in diesem Fall, dass die Zinsunterschiede zwischen den japanischen und den US-Zinssätzen weiterhin beträchtlich sein würden. Aber die Bank of Japan hat die Zinssätze am 31. Juni geringfügig angehoben, während die Zinserwartungen in den Vereinigten Staaten zurückgingen. Dies führte dazu, dass die Spekulanten Verluste erlitten. Ein großer Verkauf von Vermögenswerten, einschließlich US-Technologieaktien und dem mexikanischen Peso, folgte, als sie ihre Positionen räumten.

Finanzkrisen haben in der Vergangenheit häufig zu einer verstärkten Aufsicht geführt. 1974 führte der Fall der deutschen Herstatt Bank dazu, dass das internationale Finanzsystem stärker überwacht wurde. Zentralbanken und Regulierungsbehörden sollten frühzeitig Informationen über Devisenswaps und vergleichbare Märkte mit hohem Risiko sammeln und freigeben. Eine größere Klarheit würde es Anlegern und Analysten erleichtern, ein besseres Verständnis für die Risiken zu erlangen und frühzeitig auf mögliche Risiken zu reagieren.

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