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Zwischen Zinsdispersion und Staatsschuldenrisiken –

Warum Qualitätsanleihen jetzt glänzen

Zwischen Zinsdispersion und Staatsschuldenrisiken –

Die rapide Zunahme der Staatsverschuldung in vielen Nationen hat das Vertrauen in herkömmliche „risikofreie“ Anleihen erschüttert. Staatsanleihen wurden zwar traditionell als sicher angesehen, doch aufgrund hoher Defizite, einer volatilen Fiskalpolitik und steigender Zinskosten verändert sich diese Wahrnehmung: Anleihemärkte beginnen zunehmend, solide Unternehmen als stabilere Schuldner im Vergleich zu einzelnen Regierungen zu bewerten. Zugleich hat die enorme Emissionstätigkeit zu einer Verzerrung der dominierenden Marktbenchmarks und zu einer Zunahme der Volatilität im Bereich der Staatsanleihen geführt.

Zugleich sendet die Geldpolitik ein sehr inkonsistentes Signal. Zwar wurde ein präventiver Zinsschritt nach unten vollzogen, doch die unterschiedlichen Bewertungen innerhalb des geldpolitischen Gremiums verdeutlichen eine erhebliche Unsicherheit über den zukünftigen Kurs. Die Prognosen für Wachstum, Inflation und Zinsen divergenzieren ungewöhnlich stark – das deutet darauf hin, dass die üblichen Zusammenhänge zwischen den Konjunkturparametern derzeit schwer zu interpretieren sind. Die möglichen Zinssätze bis 2026 variieren so stark, dass der Median der Prognosen wenig Hilfestellung bietet.

Zugleich ziehen riskantere Anlageklassen Nutzen aus einer expansiv wirkenden Politikmischung: Die Aktienmärkte, Unternehmensanleihen und alternative Vermögenswerte weisen aufgrund der Rekordbewertungen darauf hin, dass die Märkte auf eine Situation hoffen, in der die Politik wirtschaftliche Schwäche aktiv abmildert. Teile der Situation erinnern an frühere Zeiten, in denen die Kombination aus einer laxen Geldpolitik, boomenden Märkten und fiskalischer Expansion die Preisbildung verzerrte und den Risikoappetit erhöhte.

In dieser Situation wirkt es einleuchtend, dass Akteure des Marktes sich vermehrt auf die grundlegende Stabilität von Unternehmen abstützen – vor allem auf jene, die eine langfristige stabile Cashflow-Entwicklung und konservative Bilanzen vorweisen. Staatsanleihen sind durch Verschuldungsdynamiken und politische Risiken belastet, während die Entwicklung vieler hochwertiger Unternehmensanleihen im Vergleich robuster erscheint.

Unternehmensanleihen von hoher Qualität könnten als neue „risikofreie“ Komponenten in einem Portfolio dienen. Es spricht dafür, den Fokus vermehrt auf solide Unternehmensbilanzen zu richten, wenn die Staatsverschuldung steigt, geldpolitische Signale immer unsicherer werden und der Staatsanleihemarkt eine hohe Volatilität aufweist. Unternehmensanleihen mit Investment-Grade-Rating bieten ansprechende Risiko-Rendite-Verhältnisse, nutzen die Vorteile zuvor abgesicherter niedriger Finanzierungskosten und haben sich in den vergangenen Jahren besser entwickelt als Staatsanleihen mit ähnlicher Laufzeit.

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